MultiWatch kritisiert die Suspendierung von Arbeitsverträgen und fordert Nest-lé zur Verantwortung auf.
Bern, 22. September 2026 – Ein Erdbeben – und mehr als 500 Beschäftigte verlieren ihre Existenzgrundlage. Nach Angaben der kolumbianischen Gewerkschaft SINALTRAINAL hat Nestlé Colombia die Arbeitsverträge von über 500 Mitarbeitenden in den Werken Bugalagrande und Dosquebradas suspendiert. Als Begründung beruft sich der Konzern auf höhere Gewalt infolge des Erdbebens vom 10. August.
Für MultiWatch ist klar: Eine Naturkatastrophe darf nicht zum Vorwand werden, um die Risiken des Geschäfts auf die Arbeitnehmenden abzuwälzen.
Ein alter Konflikt, eine neue Eskalation
Die Suspendierungen treffen Beschäftigte inmitten eines seit Jahren andauernden Konflikts zwischen Nestlé Colombia und SINALTRAINAL um Arbeitsrechte, Arbeitsplatzsicherheit und gewerkschaftliche Forderungen. Die Gewerkschaft wirft Nestlé vor, die Krise zu nutzen, um den Druck auf die Belegschaft und ihre Organisation zu erhöhen.
Besonders brisant: Laut SINALTRAINAL sind auch Beschäftigte mit besonderem Gesundheitsschutz, Alleinerziehende und Gewerkschaftsvertreter:innen betroffen. Die Gewerkschaft spricht von einer Verletzung arbeitsrechtlicher Schutzgarantien.
Nestlé muss Verantwortung übernehmen
Mehr als 500 Familien stehen vor Einkommensverlusten. Eine von Nestlé angebotene Unterstützung von 600'000 kolumbianischen Pesos (rund 156 CHF) ist aus Sicht der Gewerkschaft kein Ersatz für ein existenzsicherndes Einkommen.
MultiWatch fordert Nestlé auf, die Suspendierungen rückgängig zu machen, die Löhne und Arbeitsplätze der Betroffenen zu sichern und mit SINALTRAINAL eine faire Lösung auszuhandeln. Auch die kolumbianischen Behörden sind gefordert, die Einhaltung der Arbeitsrechte zu gewährleisten.
Naturkatastrophen sind keine Entschuldigung für soziale Verantwortungslosigkeit. Nestlé muss jetzt handeln.