Terrorfinanzierung in Syrien: Holcim​-​Tochter Lafarge in Paris verurteilt

Der französische Zementhersteller Lafarge sowie acht ehemalige Führungskräfte wurden vom Pariser Strafgericht der Terrorfinanzierung in den Jahren 2013 und 2014 für schuldig befunden. Sie sollen Gruppen von Dschihadisten bezahlt haben, damit diese eine Fabrik mitten im syrischen Bürgerkrieg in Betrieb halten. Lafarge gehört zum Schweizer Unternehmen Holcim.

Artikel von SRF (13.4.2026)

Das Gericht verurteilte das Unternehmen auch zu einer Zollstrafe von 4.57 Millionen Euro, die es zusammen mit vier früheren Führungskräften des Konzerns zu zahlen hat. Grund dafür ist die Nichteinhaltung der internationalen Finanzsanktionen.

Der ehemalige Lafarge-Chef Bruno Lafont wurde zu sechs Jahren Haft mit sofortiger Inhaftierung verurteilt. Das Gericht verurteilte zudem sieben weitere ehemalige Lafarge-Manager zu Haftstrafen zwischen 18 Monaten und sieben Jahren. Der ehemalige stellvertretende Generaldirektor Christian Herrault wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt, ebenfalls mit sofortiger Wirkung.

Gericht: Zahlungen an IS ermöglichten Terroranschläge in Europa

Das Unternehmen zahlte laut Urteil des Gerichts an drei Dschihadistengruppen, darunter den Islamischen Staat (IS), insgesamt fast 5.6 Millionen Euro. Das Gericht betonte, dass dies den Gruppen die «Vorbereitung von Terroranschlägen» ermöglichte, darunter die Anschläge in Frankreich im Januar 2015.

«Diese Art der Finanzierung terroristischer Organisationen, insbesondere des IS, war entscheidend für die Kontrolle der Terrorgruppe über die natürlichen Ressourcen in Syrien», erklärte die Vorsitzende des Gerichts. Das Geld habe es der Terrorgruppe ermöglicht, Terrorakte in der Region und im Ausland, insbesondere in Europa, zu finanzieren.

Zementfabrik fiel Dschihadisten 2014 in die Hände

Das Gericht hatte sich wochenlang mit der Aufarbeitung der Zahlungen von Lafarge an die Gruppen IS und Jabhat al-Nusra beschäftigt. Das Geld fiel unter anderem für die Finanzierung von Erdöl sowie für «Sicherheitszahlungen» und die Durchfahrt von Mitarbeitenden und Waren durch Kontrollpunkte in der Region an.

«Man war überzeugt, dass der Krieg nicht lange dauern würde», verteidigte sich Bruno Pescheux, einer der Hauptangeklagten, der von 2008 bis Sommer 2014 als Geschäftsführer der syrischen Lafarge-Tochtergesellschaft tätig war. «Wenn man das nicht versteht, dann versteht man auch nicht, warum bestimmte Entscheidungen getroffen wurden.»

Trotz der Millionen, die gezahlt worden waren, wurde die Zementfabrik in Jalabiya am 18. September 2014 angesichts des Vormarsches des IS von Lafarge in aller Eile und ohne jede Vorbereitung evakuiert. Am nächsten Tag fiel sie in die Hände der Dschihadisten.

Artikel von SRF (13.4.2026)

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