Während viele Familien nicht wissen, wie sie ihre Krankenkassenprämien bezahlen sollen, leistet sich das Novartis-Management einen neuen Luxus-Privatjet. Was sagt die Politik dazu?
Artikel vom Beobachter (13.4.2026)
Die Novartis-Geschäftsleitung unter Vas Narasimhan hat sich einen neuen Privatjet gegönnt: einen Dassault Falcon 8X. Laut Hersteller punktet das Modell mit «Effizienz, grosser Reichweite und leisem, geräumigem Komfort». In der «Drei-Lounge-Konfiguration» gibt es sogar eine Dusche im Heck. Der Preis beginnt bei 60 Millionen Dollar, je nach Ausstattung wird es teurer. Finanziert wurde der Luxusflieger auch mit Prämiengeldern der Schweizer Bevölkerung. Der Finanzblog «Inside Paradeplatz» berichtete zuerst über den Kauf.
Wie rechtfertigt Novartis diesen Schritt gegenüber den Schweizer Prämienzahlern? Und wie passt der Jet zur propagierten Nachhaltigkeit des Konzerns? Der Beobachter stellte solche und weitere Fragen – insgesamt acht – an die Medienstelle von Novartis. Die Antwort kam prompt – und bestand aus einem einzigen Satz: «Wir bestätigen, dass wir einen für geschäftliche Zwecke genutzten Privatjet ersetzt haben.» Auf weitere Fragen ging das Unternehmen nicht ein.
Der Kauf fällt in eine Zeit intensiver Verhandlungen zwischen dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) und den Pharmariesen Roche und Novartis. Obwohl die Schweiz laut OECD bereits die dritthöchsten Pro-Kopf-Ausgaben für Medikamente weltweit hat – nach den USA und Deutschland –, fordern beide Konzerne noch höhere Preise. Sollte das BAG nicht einlenken, droht Narasimhan unverhohlen damit, neue Medikamente nicht mehr in der Schweiz einzuführen und bestehende vom Markt zu nehmen.
Enorme Kluft zwischen Management und Bevölkerung
Ein Blick ins Schweizer Luftfahrzeugregister zeigt: Der neue Falcon 8X ist nur ein Teil der Novartis-Flotte. Eingetragen sind ausserdem drei weitere Privatjets vom Typ Dassault Falcon 7X und ein Eurocopter EC135.
Artikel vom Beobachter (13.4.2026)